chrispop.de

Ein Blog über nichts bestimmtes von niemandem, den du kennst.
March 16, 2019

Tschüß, Amazon Prime

Ich muss völlig verrückt geworden sein. Aber ab nächstem Monat wird es mir nicht mehr möglich sein, Produkte zu bestellen und diese am nächsten Tag (oder sogar noch am gleichen Abend) zu erhalten. Und ganz ehrlich, das werde ich vermutlich überleben. Lasst mich das erklären.

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit Minimalismus und mache mir relativ viele Gedanken über die meisten Dinge, die ich so kaufe. Das ist nicht bei allen Dingen so, und das macht auch nichts, aber mit jedem Tag finde ich die Idee des Minimalismus ein bisschen besser und steige da ein bisschen mehr ein.

Ein Abo-Modell, dass es mir erlaubt, so schnell wie möglich mehr Kram zu bestellen steht dabei eigentlich im ziemlichen Gegensatz dazu. Ich habe meine Prime-Mitgliedschaft in letzter Zeit eigentlich nicht gebraucht. Nichts, was ich innerhalb der letzten zwei Jahre bestellt habe, wäre so dringen gewesen, dass ich es am nächsten Tag gebraucht hätte und nicht vielleicht auch einen oder zwei Tage darauf hätte warten können.

Und das werde ich jetzt auch einfach machen, mal einen oder zwei Tage auf Dinge warten. Weiterhin muss ich jetzt schauen, dass ich mindestens 29 Euro Warenwert zusammen bekomme, um keine Versandkosten zu bezahlen. Das ist okay. Wenn ich etwas so dringen brauche, dass ich nicht warten kann, bis meine Bestellung groß genug ist, kann ich vermutlich auch die Versandgebühr ertragen.
Einige Artikel sind exklusiv für Prime-Kunden erhältlich. Ich habe keine Ahnung, welche das sind, aber ich werde es wohl in den nächsten Monaten herausfinden. Ich gehe davon aus, dass es nichts lebenswichtiges ist, das ich nicht auch in einem herkömmlichen Laden bekommen könnte.
Die anderen Prime-Services habe ich eigentlich nie genutzt, deswegen werde ich sie wohl auch nicht vermissen.

Tschüß, Amazon Prime. Hallo, 60 Euro mehr im Jahr.

March 10, 2019

Bird Box

Nachdem mein Hauptkontakt mit diesem Film für die erste Zeit nach seinem Erscheinen nur aus lustigen Memes auf /r/de bestand, habe ich es gestern endlich geschafft, ihn zu sehen. Da es mittlerweile zu einer Besonderheit geworden ist, dass ich tatsächlich mal einen Film schaue, ist das auf jeden Fall auch einen Text wert.

Wie immer habe ich, durch meinen spärlichen Konsum nicht weiter verwunderlich, keine große Ahnung von Filmen und den ganzen Techniken, die dahinter stecken. Ich kann nicht beurteilen, ob die Kameraführung gut oder schlecht war. Natürlich werde ich es trotzdem tun: Es war nichts unscharf und ich hatte nie das Gefühl, der Kameramann würde grade in die falsche Ecke filmen und ich dadurch nichts mitbekommen. Daher würde ich sagen, dass die Kameraführung wohl, im großen und ganzen, okay war.
Da wir nun die technischen Details geklärt haben, sollten wir zu den wichtigen Themen kommen: Die Story.

Offensichtlich wird dieser Text spoiler enthalten. Wer den Film noch nicht gesehen hat, das aber tun will, sollte hier aufhören zu lesen. Euch vielen Dank bis hier hin, gebt mir doch 5 Sterne auf iTunes und unterstützt mich auf Patreon!

Nachdem der Abspann gelaufen war, hatte ich erstmal das Gefühl, die letzten zwei Stunden gut unterhalten worden zu sein. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch das komische Gefühl, dass mir etwas fehlt. Das Ende kam mir etwas übereilt vor und tatsächlich auch ein bisschen zu happy. Dass die drei einen Ort gefunden haben, an dem sie halbwegs sicher sind, das finde ich noch okay, aber dass dann auch noch die Ärztin vom Anfang auftaucht war mir ein bisschen zu kitschig. Aber gut, von einem Ende lasse ich mir selten einen Film ruinieren. Es ist ja nur ein kleiner Teil der Geschichte. Wenn ich während der Geschichte trotzdem unterhalten war, würde ich sie wegen einem blöden Ende nicht als schlecht bezeichnen. So ist nun mal das Leben.

Ich tue mich allerdings ein bisschen schwer damit, überhaupt herauszufinden, was die Geschichte vom Film ist. Er spielt in zwei Zeitsträngen. Zum Einen die Gegenwart, in der die Hauptdarstellerin mit zwei Kindern versucht, über einen Fluss an einen Sicheren Ort zu kommen. Zum Anderen die Flashbacks, die vom Beginn des Auftauchens der Monster vor 5 Jahren bis zu kurz vor der Bootsfahrt reichen. Die Kinder kommen erst relativ zum Ende der Flashbacks, als Babys, vor. Man sieht sie quasi nicht aufwachsen, in der Gegenwart sind sie dann aber 5 Jahre alt. Ich habe absolut keine Bindung zu den Kindern entwickelt. Hätte die Hauptdarstellerin irgendwann “Verflucht, wir sind zu schwer” gesagt und eines der Kinder aus dem Boot geworfen, hätte ich das vermutlich mit “Die Natur ist grausam, was will man machen?” ab tun können.

Dann gibt es da noch diese Liebesgeschichte, die sich von Anfang an anbahnt, aber auch nie so richtig an Feuer gewinnt. Auch hier erleben die beiden einfach zu wenig, als dass ich da groß mitfiebern könnte. Alles ist sehr schnell passiert, wurde nicht so richtig ausgeschmückt und als er dann weg war, war das halt so. Wie gesagt, die Natur.

Die einzige Konstante in der Geschichte sind eigentlich die Hauptdarstellerin und die Monster. Die Hauptdarstellerin ist zu Anfang des Filmes schwanger und hat offensichtlich nicht so viel Lust auf ihr Kind. Das ist okay und kommt vor. Irgendwann ist sie dann nicht mehr schwanger, hat weiterhin nicht so viel Lust auf ihr Kind (da sie es “Junge” getauft hat) und außerdem ein weiteres Kind (ein Mädchen mit dem Namen “Mädchen”) adoptiert, auf dass sie vergleichbar wenig Lust hat. Zum Ende hin wird zwar schon deutlich, dass ihr wohl am Überleben der Kinder gelegen ist, aber auch das kommt so plötzlich, dass man es irgendwie nicht so recht glauben mag.

Dann sind da noch die Monster, und das ist etwas, mit dem mich der Film auf jede Fall bekommen hat. Die Monster sind unsichtbar und jeder, der sie sieht, bringt sich daraufhin schnell um. Man sieht sie auch während des ganzen Films nicht, worüber ich sehr froh bin. Dinge zu zeigen, macht sie deutlich weniger gruselig, weil man dann keine wirkliche Ungewissheit mehr hat. So hat man noch Möglichkeiten, sich vorzustellen, was man denn wohl sieht, wenn man hin hinschaut. Ist es so schrecklich, dass man sich umbringen will, oder ist es vielleicht so unvorstellbar, dass man damit nicht klar kommt?
Natürlich gibt es zwei Stellen, an denen man ein bisschen was erfährt. Am Anfang ist von Dämonen die Rede, und man kann auf ein paar gemalten Bildern sehen, dass es wohl keine sonderlich schönen Wesen sind.

Das führt mich auch zu meinem Problem mit den Monstern. Man kann sie nicht ansehen, deswegen tragen die Menschen draußen Augenbinden und haben alle Fenster verdunkelt. Davon ausgehen, das nie eines der Monster versucht, ins Haus zu kommen oder die Augenbinden zu entfernen, sind sie scheinbar körperlos und können keinen Einfluss auf die physische Welt nehmen. Auf der anderen Seite werden sie aber vom Abstandsmesser eines Autos erkannt und können im Wald Schneisen ins Gebüsche schlagen. Das passt nicht ganz zusammen und nervt mich ein bisschen.

Was mich auch nervt, und hier hole ich auch ein bisschen weiter aus, ist, dass psychisch gestörte Menschen offenbar die Monster sehen können, ohne sich umzubringen, und auch wollen, dass alle anderen hinschauen. Diese Menschen werden danach offensichtlich sterben und das ist den psychisch gestörten Menschen scheinbar auch klar. Sie wollen sie also umbringen. Das finde ich problematisch, weil es ein stigma um psychische Krankheiten aufbaut. Diese Menschen sind offensichtlich alle verrückt und wollen andere Menschen umbringen. Jetzt kann man natürlich sagen “Chris, das ist doch nur ein Film, stell dich nicht so an”, aber auch Filme tragen, wie Sprache, dazu bei, Dinge zu stigmatisieren. Wenn man sein ganze Leben in Filmen sieht, dass psychisch gestörte Menschen verrückt und gefährlich sind, dann muss man aktiv den Schritt machen, das von der echten Welt abzugrenzen. Und ich glaube, dass viele Menschen diesen Schritt nicht machen. Wir haben in unserer Gesellschaft sowieso das Problem, dass Menschen sich schämen, zum Psychologen zu gehen, wenn es das Normalste der Welt sein sollte. Ich bin kein Fan davon, wenn Filme aktive zu solchen Problemen beitragen.

Zurück zur Story, die keine richtige ist: Am Ende hat es sich ein bisschen angefühlt, wie eine spannende Fallstudie zu diesen Monstern. Das war unterhaltsam, aber es fühlte sich auch so an, als wüsste der Film nicht so richtig, wo er eigentlich hin will. Er hat alles ein bisschen gemacht, aber nichts so richtig. Dafür war alles auf einem guten Niveau und ich würde den Film durchaus weiter empfehlen. Gäbe es hier eine Sterne-Bewertung, ich würde ihm vermutlich 3,5 von 5 Sternen geben. Gibt es aber leider nicht. 🤷‍♂️

January 21, 2019

Rollkoffer

Irgendwann wird die menschliche Zivilisation, so wie wir sie momentan kennen, zu Ende gehen. Ich denke, darauf können wir uns einigen. Wann genau das sein wird, kann natürlich niemand sagen, aber so wie es im Moment läuft, sind wir auf einem sehr guten Weg, dass wir das alle noch miterleben können.
Jetzt möchte ich natürlich hier über nichts schreiben, was eine tatsächliche Relevanz hat, beispielsweise, wie wir den Klimawandel stoppen können. Wo kommen wir denn da hin?
Wenn nun also dieser Zeitpunkt in der unbestimmten Zukunft gekommen ist und unsere Zivilisation nicht mehr ist, wird vermutlich noch eine Weile automatisiert Bitcoin gemined, aber auch das hört dann irgendwann auf. Dann passiert vermutlich im Bereich der Zivilisationen erstmal wenig bis gar nichts. Aber irgendwann wird sich eine neue Hochkultur erheben und diese Hochkultur ist natürlich auch an der Geschichte des Planeten interessiert. Also werden innerhalb dieser Kultur auch Nachforschungen über die Vergangenheit angestrebt werden. Wie wir wohl so gelebt haben, was wir den ganzen Tag gemacht haben, was uns angetrieben hat. Und natürlich auch die spannende Frage, warum diese Zivilisation zugrunde gegangen ist.

Viele schlaue Leute werden viele Tage damit verbringen, alte Artefakte zu deuten, Schriften zu lesen und USB-Sticks voller Backups von Hausarbeiten und illegal geladener Filme zu sichten. Und dann, eines Nachmittags, wird es einem der vielversprechendsten Menschen auf diesem Feld gelingen, einen Durchbruch zu erreichen. Es ist dann vermutlich ein Samstagnachmittag (zu 95%), es regnet, der Herbst fängt so langsam an. Dieser Mensch sichtet dann mal wieder Material, das eigentlich schon 100 mal gesichtet wurde. Und dann wird es ihm klar. Ganz deutlich sieht sie den Grund vor sich. Das eine Ereignis, auf das alles zurückzuführen ist: Der generelle und ansteigende Unmut in der Zivilisation. Das abstumpfen des Mitgefühls, die steigenden Aggressionen und am Ende auch die Kriege. Es ist glasklar, nur hat es bis dahin niemand gesehen: Es ist die Erfindung des Rollkoffers.

Der Rollkoffer. An sich natürlich eine großartige Idee. Koffer sind ja nun mal meistens schwer und sie zu tragen ist nicht angenehm. Vor allem für uns Menschen, da wir nun einmal erwiesenermaßen keine Tragetiere sind. Also hat sich jemand schlaues Gedanken gemacht und einfach Rollen daran montiert. So musste man ihn nicht mehr tragen. Toll.

Nun sind wir Menschen nicht nur keine Tragetiere, sondern können auch mit Verantwortung einfach nicht umgehen. Wenn man uns einen Hammer gibt, dann sehen wir überall Nägel. Und wenn wir einen Nagel sehen, dann wird verdammt noch mal gehämmert.
Und genau so läuft das eben auch mit den Rollkoffern. Während es durchaus Sinn ergibt, dass man sich zwischen zwei Terminals an großen Flughäfen kein Schultergelenk mehr auskugelt (nehmen Sie zum Beispiel, äh, Charles de Gaulles, weil das ja klar ist), werden plötzlich alle Flächen, die mehr oder wenig ebenerdig sind, zur perfekten Kofferstrecke.

Beispielsweise Gänge in Flugzeugen oder Zügen. Während der Untergrund hier durchaus sehr gerade ist und dadurch zum Kofferrollen einlädt, ist der Raum drum herum stark begrenzt. Häufig passt der Koffer nur gerade eben durch den Gang. Ein sehr ambitionierter Koffer-Zieher verliert hier aufgrund der hohen Geschwindigkeit, die der Untergrund ermöglicht, häufig die Kontrolle über sein Gefährt. Das führt dann dazu, dass sich der Koffer verkeilt, dieser andere, Rollkofferlose, Reisende auf ihren Sitzplätzen belästigt (das bin ich!) und zu einem Rückstau und einer Karambolage der anderen Idioten Menschen kommt, die auch ihren Koffer ziehen.

Oder Treppen. Rein physikalisch handelt es sich hierbei durchaus um einen Flachen Untergrund, der aber leider in der Höhe versetzt ist. Während bestens dazu geeignet, schnell und relativ bequem eine Höhenveränderung durchzuführen, ist es für Rollkoffer doch eher ein herausfordernder Untergrund. Das hält den eifrigen Rollkoffer-Freund natürlich nicht davon ab, die Treppe trotzdem zu benutzen, als wäre diese ein ebener Untergrund. Dass es dabei bei jeder Stufe einen extrem nervigen Lärm gibt, ist egal. Ein bisschen Schwund ist ja immer. Und man wird jawohl seinen Rollkoffer noch ziehen dürfen, wie man will. Das hier ist schließlich ein freies Land.

Im Grunde möchte ich hier ja auch gar nicht gegen Rollkoffer-Besitzer wettern, einige meiner besten Freunde besitzen Rollkoffer (ja, ehrlich), aber es raubt mir manchmal den letzten Nerv, und außerdem ist das mit dem Aufregen ja jetzt eh schon passiert. Da kann man nichts machen, nun ist das Kind im Brunnen.

Außerdem seid ihr alle schuld am Ende der Zivilisation, da werde ich ja wohl noch was schreiben dürfen.

January 04, 2019

Ein Jahr ohne Alkohol

Vor relativ genau einem Jahr habe ich die Entscheidung getroffen, für ein ganzes Jahr keinen Alkohol zu trinken. Dieses Jahr ist jetzt vorbei und ich habe das tatsächlich geschafft, ich habe ein ganzes Jahr keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen. Das war damit das erste Jahr überhaupt, seitdem ich mit 15 oder so das erste mal Alkohol trank, in dem ich komplett nüchtern war.
Nachdem das Jahr jetzt rum ist möchte ich für mich ein Fazit ziehen, wie es war, wie es weiter geht und hier noch mal ein paar Fragen beantworten, die mir über das Jahr so gestellt wurden.

Wie kam es überhaupt dazu?

Ich glaube, es ergibt Sinn, ganz vorne anzufangen. Das hat sich in der Natur bewährt und deswegen möchte ich das auch hier tun. Die Entscheidung, das ganze Jahr nichts mehr zu trinken, habe ich am 3. Januar 2018 getroffen. Die Tage davor hatte ich auch schon nichts getrunken, das letzte Mal offensichtlich in der Nacht vom 31.12. auf den 01.01. Am 01.01. war ich demnach ziemlich verkatert, hatte aber noch nicht mit dem Gedanken gespielt, nichts mehr zu trinken. Wie genau es letztendlich dazu kam, weiss ich nicht mehr. Als mir die Idee kam, kam sie mir aber ganz vernünftig vor, also habe ich sie weiter verfolgt. Mit etwas weniger Abstand habe ich hier schon mal etwas dazu geschrieben. Ich denke, das wird dann schon stimmen.

War das nicht schwer?

Am Anfang hat es natürlich etwas Überwindung gekostet, aber das ist ja nun mal mit allen Veränderungen im Leben so. Nach einiger Zeit ist es dann aber einfach zur Gewohnheit geworden. Man sagt ja, es dauert 21 Tage, um eine Angewohnheit zu entwickeln und 90 Tage für einen Lebensstil. Das kommt mir in etwa richtig vor. Am Anfang war es komisch, “Danke, ich trinke nicht” zu sagen, mittlerweile ist es normal. Dazu muss ich natürlich sagen, dass besoffen sein keins meiner Hobbys war und ich hauptsächlich abends gemütlich ein, zwei Bier getrunken habe. Das lässt sich ganz gut mit alkoholfreiem Bier kompensieren. Wäre das nicht so, wäre es vermutlich schwieriger gewesen.

Gehst du weniger auf Partys oder zu Anlässen, wo es viel Alkohol gibt?

Nein. Ich bin auch vorher nicht viel auf Partys gegangen. Nur, weil ich nicht trinke, nicht zu einer Veranstaltung zu gehen, finde ich aber Quatsch. Wenn dem so gewesen wäre, wäre das ein ganz gutes Anzeichen dafür gewesen, dass ich wohl ein Problem hatte.

Trinkst du wieder, jetzt, wo das Jahr um ist?

Ich habe an Silvester (nach Mitternacht, als also 2018 um war) einen Sekt und ein Kölsch getrunken. Machen wir und nichts vor, Kölsch mit Alkohol schmeckt einfach besser, als die alkoholfreien Varianten. Das ist bei fast allen Bieren so und da brauche ich mich auch nicht zu belügen. Nach diesen beiden Getränken hatte ich einen Kater (was mich ein bisschen überrascht hat) und ich habe sofort gemerkt, wie sehr ich dieses Gefühl noch immer hasse. Auch deswegen, aber vor allem, weil für mich persönlich die Vorteile überwiegen, wenn ich nicht trinke, werde ich auch weiterhin nicht trinken. Nicht für ein Jahr oder eine festgelegte Zeit, ich bin jetzt einfach einer dieser Menschen, die nicht trinken. Das ist okay.

Abschließend noch eine Sache, die mir während der ganzen Zeit viel mehr aufgefallen ist, als vorher: Alkohol ist in unserer Gesellschaft sehr krass verankert. Es gibt eigentlich fast keinen Anlass, an dem nicht einer sagen könnte “Ach, lass doch ein [zur Uhrzeit passendes alkoholisches Getränk] trinken” ohne, dass es merkwürdig wirken würde. Das sage ich nicht wertend, es ist mir nur aufgefallen.

December 09, 2018

Wien

Momentan bin ich das zweite Mal in meinem Leben in Wien. Wien ist eine Stadt in Österreich, sie ist recht groß und auch recht schön. Das letze Mal war ich vor etwa zwei Monaten hier. Seitdem hat sich nicht sonderlich viel verändert. Das ist nicht weiter verwunderlich, aber diese Beobachtung soll an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Ich glaube, ich mag Wien. Ich habe oben geschrieben, dass Wien recht schön ist. Natürlich habe ich keine Ahnung wie Wien ist. Ich verbrachte vielleicht 20 Stunden in der Stadt. Die restliche Zeit lag ich in einem Bett und schlief (ist relativ genau wie in jeder anderen Stadt auch), saß in schlecht belüfteten Meetingräumen (ist genau so unangenehm wie in jeder anderen Stadt) oder starrte auf meinen Computer (ebenfalls die gleiche Erfahrung wie in jeder anderen Stadt).

Ich glaube, Städte zu beurteilen, in denen man Urlaub macht, ist erstens relativ schwer und zweitens auch Quatsch. Im Grunde gibt es zwei Kategorien von Städten: Offensichtlich nicht gut, und gut.
In die erste Kategorie fallen Städte, die offensichtlich keine schönen Ecken haben (mir wurde zugetragen, dass Gelsenkirchen eine solche Stadt ist. Die Quelle ist verläßlich.) oder solche, die zwar potenziell schön sein könnten, aber beispielsweise stark nach Urin reichen (alle Plätze in der Liste von Städten, auf die diese Kriterien zutreffen, nimmt übrigens Venedig ein).

Angenommen wir befinden uns jetzt in einer Stadt der zweiten Kategorie, “gut”, behaupte ich, kann man die Stadt einfach wahllos austauschen und man hat ein vergleichbares Erlebnis. Ausgenommen sind hier natürlich krasse Klimaunterschiede oder kulturelle Differenzen. Ich merke natürlich, ob ich in Madrid bin oder in Berlin. Wenn ich aber Urlaub in einer Deutschen Stadt mache, ist das relativ egal, ob es München oder Berlin ist, das Erlebnis ist am Ende wohl fast gleich.
Im Grunde schaue ich mir Gebäude an, die irgendwann jemand gebaut hat, der jetzt entweder sehr alt oder sehr tot ist. Und dann fahre ich irgendwo hoch und sehe dann die Gebäude noch einmal von oben. Und dann schaue ich mir vielleicht noch ein Museum an, das voller Dinge ist, von denen man sich Fragt, wie die Menschen damals eigentlich damit leben konnten.

Das klingt jetzt vielleicht alles sehr negativ, so ist es aber gar nicht gemeint. All diese Erfahrungen machen ja in jeder Stadt wieder erneut Spaß, aber vielleicht eben nicht so sehr wegen der Stadt an sich, sonder weil man raus kommt und mal etwas anderes sieht.
Was ich sagen will: Eine Stadt nach ein paar Stunden oder Tagen beurteilen ist grober Unfug. Der Charakter einer Stadt (wow, klingt das hochgestochen – moment, ich werde kurz meine beine überschlagen und seufzen) wird ja zum größten Teil von den Menschen ausgemacht, die dort leben. Das kriegt man in den paar Tagen aber einfach nicht mit.

Da ich diesen Monat schon zwei mal verreist bin, ist meine Meinung damit in solchen Belangen jetzt von Gewicht, und ich gehe davon aus dass es ab jetzt allgemein anerkannt ist, dass man Städte nach einem kurzen Urlaub nicht bewerten kann.

Wien gebe ich übrigens 5/5 Sternen. Grüß Gott!

July 24, 2018

Airpods

Vor etwa zwei Wochen legte ich mir nach längerer Überlegung die Airpods zu. Wenn man jemanden auf der Straße zu seiner Meinung nach den Airpods fragt, hört man in der Regel mindestens eine von zwei Anmerkungen:

  1. Sie sehen bescheuert aus
  2. Sie klingen viel zu schlecht für ihren Preis

Über den ersten Punkt kann man diskutieren, das ist persönlicher Geschmack, und der unterscheidet sich nun mal. Ich persönlich mag die ganz gerne, sie sind mir an anderen Leuten auch früher schon positiv aufgefallen. Wenn jemand findet, dass sie bescheruet aussehen, dann ist das wohl so.

Der zweite Punk ist aber tatsächlich einer, über den man sprechen kann. Ja, es gibt genug Kopfhörer in der Preisklasse (und auch schon darunter), die besser klingen. Die Beats X beispielsweise, kosten knapp die hälfte, klingen aber deutlich besser. Das wäre durchaus ein Problem, wenn man die Airpods wegen ihrer Klangqualität kaufen würde. Das sollte man jedoch nicht tun.

Der große Pluspunkt der Airpods sind alles das, was sie an komfort mitbringen, und das ist mir den Preis durchaus wert.

Ich mag, dass sie angehen, wenn ich sie in meine Ohren hänge und wieder ausgehen, wenn ich sie wieder raus nehme.
Ich mag, dass sie sich sofort verbinden, wenn ich sie aus der Hülle nehme.
Ich mag, dass sie automatisch laden, sobald man sie in die Hülle packt.
Ich mag, dass sie die Wiedergabe pausieren, wenn ich einen von beiden aus den Ohren nehme.
Und ich mag, dass sie so gar kein Kabel haben.

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass die Airpods die besten Kopfhörer sind, die ich bisher benutzt habe. So insgesamt gesehen. Auch wenn die Klangqualität nicht die beste ist, sie ist auch nicht komplett scheiße. Ich würde sagen, sie klingen in etwa so wie die Earpods, und das ist meiner Meinung nach ein völlig okayer klang für auf der Straße.
Das einzige, was mir fehlt, sind ein paar mehr Gesten um die Wiedergabe zu beeinflussen als nur... eine. Aber es gibt ja offenbar bald neue, vielleicht können die dann auch mehr Gesten. Das bringt mir dann zwar nichts, aber ja nun.

July 23, 2018

Veränderungen

Mit Veränderungen ist das so eine Sache. Generell würde ich sagen, dass ich Veränderung als etwas gutes empfinde. Ich versuche relativ häufig, mich selbst zu verändern und Dinge in meinem Leben zu hinterfragen. Ich glaube, dass Veränderung überwiegend dazu führt, dass man ein besserer Mensch wird.

Manchmal machen mir Veränderungen aber auch Angst. Meistens sind das die Veränderungen, auf die ich selbst keinen Einfluss habe, die ich nicht planen konnte. Dabei ist planen mit eine der besten Erfindungen in der Geschichte von allem.

In meinem Leben gab es vor kurzem eine dieser Veränderungen, auf die ich keinen Einfluss hatte. Also, ziemlich sicher schon irgendwie, denn im Leben hat ja alles was man tut einen Einfluss auf alles andere, aber es war keine Veränderung, die ich mir gewünscht habe. Dementsprechend hatte ich in letzter Zeit relativ häufig Angst vor der Zukunft.

Die Art von Angst, die ich dann habe ist ziemlich überwältigend. Ich esse dann nicht mehr viel, mein Brustkorb schnürt sich zusammen, mein Ruhepuls erhöht sich, ich bin in meinem Kopf gefangen und kann nicht mehr so klar denken, wie ich das sonst kann. Insgesamt eine nicht so coole Situation, vielleicht so 2/10.

Das hier ist jetzt der 5. Absatz dieses Textes und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wo ich damit eigentlich hin will. Wäre das hier ein ernstzunehmendes Autorenwerk, kämen an dieser Stelle vermutlich "Die 5 besten Tips, wie du mit deiner Zukunftsangst fertig wirst". Leider habe ich keine Tips, schon gar keine Guten.

Generell ist Angst vor der Zukunft haben ein dummes Konzept. Die Zukunft kannst du nicht beeinflussen. Du kannst die Gegenwart beinflussen, und die Gegenwart damit zu verbringen, Angst vor der Zukunft zu haben bringt ja auch irgendwie keinem was.

Wie auch immer, mittlerweile lebe ich ein paar Wochen mit der Situation und die Angst wird mit jedem Tag weniger. Vermutlich werde ich in ein paar Monaten über die Sorgen lachen, die ich mir machte. Wie damals, als ich bei der Bachelorarbeit relativ sicher war, dass ich druchfalle, dann aber eine 1.3 bekam, weil ich offenbar ein Idiot bin.

Und wenn aus der Situation nichts anderes raus springt, dann zumindest die Gewissheit, dass ich demnächst vielleicht ein bisschen besser mit Veränderung und Ungewissheit umgehen kann. Und natürlich dieser Text. Yay.

July 10, 2018

Backups und Setups

Vor ein paar Tagen wollte ich mein MacBook benutzen. Das kommt vor. Hätte ich gewusst, welche Reihe von Ereignissen ich damit in Gang gesetzt habe, wäre ich vielleicht auch einfach im Bett geblieben.
Jetzt habe ich eine frische Installation von High Sierra und eine frisch formatierte Festplatte, auf dem nur das absolute Minumum an Programmen installiert ist. Aber fangen wir am Anfang an.

An besagtem Morgen klappte ich mein MacBook auf, um es, wie bereits geschildert, zu benutzen. Das war offensichtlich falsch von mir, denn das MacBook stürzte sofort ab. Das war ich nicht gewohnt, war doch High Sierra eine der stabilsten macOS-Version bisher überhaupt, mit der niemand auf der Welt irgendwelche Probleme hatte.
Nach einem Neustart schien aber alles ganz normal zu sein. Nach etwa 30 Minuten fiel mir dann auf, das die Lüfter sich scheinbar mit maximaler Drehzahl... drehen. Ein blick in den Activity Monitor zeigte mir, dass zwei Instanzen des Prozesses lsd jeweils 100% CPU in Anspruch nahmen.
Nach ein paar Minuten Google-Suche und ein paar erfolglosen Versuchen, den Prozess wieder in den Griff zu bekommen, habe ich den Rechner einfach neu gestartet. Das hilft ja bekanntlich immer.

Jetzt kommt der Punkt, an dem ich mir absolut nicht sicher bin, was falsch gelaufen ist. Meine beste Erklärung bis jetzt ist, das ich währen des Neustarts durch zufall eine satanische Formel murmelte, die dazu führte, das meine Festplatte von einem Dämonen besessen wurde (dieser Witz ist besonder lustig, wenn mann weiss, dass der oben genannte Porzess lsd für LaunchServiceDaemon steht. Hahaha, Dämon, Deamon, ihr versteht?).
Was auch immer passierte, es führte dazu, dass ich mich nicht mehr einloggen konnte. Mein Account wurde mir angezeigt, ich gab mein Passwort ein, der Ladebalken wurde angezeigt und dann - wurde mir plötzlich der Login für den Guest-Account angezeigt, für den ich ein Passwort eingeben sollte. Das war merkwürdig, weil ich den Guest-Account deaktiviert hatte und er schon gar kein Passwort hatte.

Darauf folgte eine Stunde Googlen und probieren, an dessen Ende eine Festplattenüberprüfung stand, die nicht zu Ende ausgeführt werden konnte, weil 'Spaceman' nicht funktioniert. Ich habe keine Ahnung, was Spaceman macht (und es ist irgendwie überraschend schwer herauszufinden), aber es klingt nach Partitionierung. Nicht gut. Nachdem also nichts funktionierte und das Dateisystem irgendwie kaputt schien, war die Zeit gekommen, den Rechner von einem Backup wiederherzustellen.

Glücklicherweise hatte ich ein aktuelles Backup zur Hand. Da das neue MacBook die superschnellen USB-C Anschlüße hat und ich mir extra deswegen eine USB-C-Festplatte für die Backups gekauft habe, sollte das ja fix gehen.
Der Wizard sagte zunächst etwas von einer Stunde. Das ist für 250GB wohl okay. Ab da zählte er nur noch weiter nach oben. Nach etwas drei Stunden waren noch vier Stunden übrig. Dann kam der Fehler, dass das Backup nicht wieder hergestellt werden konnte. Vor lauter Freude habe ich mir ein bisschen in den Mund gekotzt.

Nachdem ich nicht noch einmal 3 Stunden warten wollte, nur um dann enttäuscht zu werden, habe ich die Festplatte einfach Platt gemacht und gehofft, dass ich irgendwie noch an die wichtigen Dinge aus dem Backup komme. Die wichtigen Dinge umfasste in diesem Fall einen Ordner mit ein bisschen Papierkram und mein SSH-Key. Beides klappte, und jetzt habe ich hier eine ziemlich Blanke macOS-Installation.

Mein Ziel ist es jetzt, möglichst nicht mehr auf Backups angewiesen zu sein. Alles, an dem ich so arbeite liegt eh in der Dropbox oder auf Github, der einzige Verlust ist hier also maximal die Zeit, die es zum Clonen/Syncen braucht.
Die gesamte Konfiguration meiner Entwicklungsumgebung liegt eh in meinen Dotfiles, da braucht es also auch nur ein git clone und ich bin wieder auf dem letzten Stand.
Das einzige Problem stellen alle andern Applikationen dar, die ich so brauche. Dafür benutze ich jetzt ein Brewfile und es ist das allerbeste, was man sich überhaubt nur vorstellen kann. Wenn ich meinen Rechner jetzt also neu aufsetzen sollte, brauche ich ein git clone und ein brew bundle und ich bin wieder bereit. Großartig!

Außerdem läuf High Sierra nun deutlich stabiler. Als ich dieses MacBook bekam, stellte ich es von einem Sierra-Backup wieder her, lief aber hinterher aus irgendwelchen Gründen trotzdem auf High Sierra. Das kam mir ein bisschen Sketchy vor, und offenbar sind dabei ein, zwei Dinge drucheinander geraten.

July 05, 2018

Todoist und der Echo

Es passierte etwas aufregendes. Seit einiger Zeit stehen hier in der Wohnung zwei Echos herum. Damals war das die Zukunft! Smarte assistenten in der Wohnung, die das Leben leichter machen. Verrückt! Ich ging damals davon aus, der das in etwa so wird, als hätte man den Computer aus Start Trek: TNG im Haus.

Seit damals macht der Echo hier folgendes:

  • Das Licht an und aus
  • Timer beim kochen stellen
  • Morgens Radio spielen
  • Morgens (in viel zu vielen Worten) erzählen, wie das Wetter wird

Bis auf das Licht ist das alles sehr weit weg vom Raumschiff-Computer, den ich mir erhofft hatte. Seit dem sind auch nicht wirklich viele nützliche Features dazu gekommen. Es kommen schon Features, aber die sind halt alle irgendwie quatsch. Meine Favoriten sind ein besonderes Lachen, schlechte Witze, oder veschiedene Einschlaf-Geräusche (darunter Klassiker wie "Regen auf Blechdach", "Regen auf Wellblech-Dach" oder "Flugzeugkabine").

Andere Features sind zwar eigentlich nützlich, aber nicht benutzbar. Zum Beispiel die Shopping-Liste. Die Idee ist großartig. Meistens fallen einem Dinge auf, die man braucht oder die leer werden, wenn man Kocht. Dann hat man ja aber meistens beide hände voll, sich den Arm verbrannt und irgendwas im linken Auge. Da ist es eigentlich perfekt, dem Echo einfach zu zu rufen "Alexa, schreib Wundsalbe auf die Einkaufsliste".
Bis dahin alles wunderbar. Wenn man dann aber im Laden steht, steht man gleichzietig auch vor dem Problem, dass man ja irgendwie auf die Liste zugreifen muss. Das ist deshalb ein Problem, weil das über die Echo-App passiert. Und die ist einfach schlecht. Außerdem möchte ich nicht eine extra App haben, die meine Einkäufe listet, wenn ich sowieso schon eine App für alle möglichen Listen habe.

Jetzt kommt der aufregende Teil: Vor 2 Tagen fand ich heraus, dass Todoist eine Echo-Integration anbietet. Damit kann man Todos von seiner Today-Liste mit dem Echo synchronisieren, und man kann die Einkaufliste in Todoist verwalten. Großartig!
Das ganze funktioniert sehr gut und ziemlich schnell und sorgte dafür, dass ich von Things zurück auf Todoist wechselte.
Ich weiß nicht, wie lange es das schon gibt, aber es ist offiziell das beste Echo-Related feature seit der anfing, einfach so zu lachen.

June 29, 2018

Fünf

Es gibt auf dieser Welt offenbar etwas, was sich den 5AM-Club nennt. Woher genau das ganze kommt, weiß ich nicht. Ich hörte gestern das erste Mal in diesem Artikel davon. Wenn man irgendwas in der Art von "Getting up at 5AM" auf Google oder Youtube sucht, bekommt man viele Ergebnisse von Menschen, die darauf schwören, dass das großartig ist. Es scheint also die Regel zu geben, dass man es immer möglichst vielen Leuten mitteilen muss, wenn man früher aufsteht als alle Anderen. Da auch ich es irgendwie schaffe, dieses komplette Jahr grob um 5 Uhr aufzustehen, muss ich das natürlich öffentlich kund tun.
Vielleicht lädt mich dann ja acuh jemand in diesen Club ein. Ich war noch nie in einem Club.

Wenn man um 5 Uhr morgens aufsteht hat das zunächst erstmal den Nachteil, dass man sehr früh wach ist. Im Sommer hat man das Glück, dass die Sonne zu der Zeit aufgeht, das ist nett. Im Winter ist es kalt und dunkel.
Das bedeutet auch, dass man sich entscheiden muss: Entweder man geht früh ins Bett, oder man legt sich ein Magengeschwür zu, weil man quasi nicht mehr schläft. Ich entschied mich für die erste Möglichkeit und fahre damit bisher recht gut.
Jetzt liege ich an einem durchschnittstag also um 10 im Bett, um dann am nächsten Morgen um 5 Uhr aufzustehen. Obwohl ich auch ohne Probleme bis, keine Ahnung, 8 Uhr schlafen könnte. Warum?

Angefangen habe ich das ganze eigentlich nur, weil ich gerne mehr (heißt in diesem Fall: Überhaupt) laufen wollte. Nach der Arbeit habe ich regelmäßig Ausreden dafür gefunden, das nicht zu tun. Morgens war das ein bisschen schwieriger. Mein Gehirn war noch nicht so richtig wach und ich war vom Tag noch nicht erschöpft. Solange ich es also nur aus dem Bett raus geschafft habe (was erstaunlich gut klappte), ging ich also konsitent laufen.
So früh laufen zu gehen hat außerdem den großen Vorteil, dass kein Mensch so früh raus gehen will, wenn er nicht unbedingt muss. Das ist also die einzige Zeit am Tag, an der Köln mal ruhig ist und ich irgendwie das Gefühl habe, die Stadt ein bisschen für mich zu haben.

Jetzt ist es irgendwie kacke, an manchen Tagen um 5, an anderen um 7 aufzustehen. Also fing ich einfach an, an allen Tagen um 5 Uhr aufzustehen. Manchmal gehe ich laufen, an Ruhetagen mache ich halt was anderes. Das ist hauptsächlich lesen, und das klappt sehr gut. Auch so eine Sache, die ich nach der Arbeit eher nicht mehr machen würde. Manchmal, so wie heute, sitze ich aber auch 20 Minuten rum, denke, das alle Themen über die ich so schreiben könnte langweilig sind, und schreibe dann trotzdem irgendwas. Who cares.
Generell ist die Uhrzeit ganz gut um Dinge zu tun, bei denen man nicht gestört werden will. Auch schon mal zwei Stunden arbeiten klappt ganz gut (wenn man in diesen Club will sollte man das aber nicht tun, da ist das nämlich verboten. Solltet ihr das trotzdem tun wollen, aber auch in einen Club wollen, könnt ihr in meinen kommen. Im Herbst bauen wir ein Clubhaus!).

Ich mache das also jetzt einige Monate, und die Frage liegt auf der Hand: Bin ich ein besserer Mensch als Leute, die später aufstehen? Definitiv! Wer nach mir aufsteht ist faul und hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Aber mal im Ernst: Ich dachte, dass wird alles irgendwie scheisse, weil ich dachte, ich sei keine von diesen "Morning Persons". War ich anfangs auch nicht, aber man gewöhnt sich als Mensch offenbar recht schnell an alles.
Ich mag das Gefühl, vor den meisten Menschen wach zu sein und ein bisschen ruhe zu haben, bevor der Tag beginnt. Ich mag es auch, um 9 auf die Uhr zu schauen und zu denken "Oh, erst neun, dabei habe ich schon so viel gemacht!".
Früher war eigentlich eher nachts länger wach, und habe dann Dinge gemacht, wie diesen Artikel hier schreiben. Das funktionierte genau so gut, ich fühlte mich am Morgen aber nicht so gut damit (das mag durchaus auch ein gesellschaftlich antrainiertes Ding sein). Im direkten Vergleich stehe ich lieber früher auf.

Wenn ihr lieber nachts lange machen wollt und damit glücklich seid, cool! Diese ganze Early-Bird-Geschichte kann man aber auch gut mal ausprobieren, wenn man sich dabei nicht davon abschrecken lässt, dass man, naja, früh aufstehen muss und dem ganzen eine Chance gibt.

June 27, 2018

HHKB 2 - erster Eindruck

Ich beschäftige mich ja nun schon seit einiger Zeit mit mechanischen Tastaturen. So richtig intensiv erst seit vielleicht zwei Jahren. Wenn man anfängt, sich mit mechanischen Tastaturen zu beschäftigen kommt man unweigerlich auch mit dem Happy Hacking Keyboard in Kontakt. Schon alleine, weil es einen ziemlich coolen Namen hat.
Das HHKB ist eine komische Sache. Es ist komplett aus Plastik, dafür aber unfassbar teuer, das Layout sieht ein bisschen merkwürdig aus und es hat Topre-Switches verbaut. Wenn man es genau nimmt ist es also ein Rubber-Dome für 250€. Wer kauft denn sowas?

Ich! Ich habe wirklich, wirklich lange überlegt, ob ich so viel Geld für ein Stück plastik ausgeben sollte. Durch eine Verkettung unglückliger Umstände (ich konnte eins in echt ausprobieren, der Store meines vertrauens hatte plötzlich nur noch eins in Stock) kam es dann aber doch dazu und seit letzter Woche liegt ein HHKB 2 auf meinem Schreibtisch. Nachfolgend eine unsortierte Liste meiner ersten Eindrücke, ohne Wertung, dafür aber ausnahmsweise mit okayem Wissen zu einer Sache, zu der ich meine Meinung abgebe:

  • Die Topre-Switches sind großartig. Man liest immer, dass man sie nur schwer beschreiben kann und mal damit getippt haben muss, und das stimmt. Das stimmt vermutlich aber bei allem auf der Welt. Ich kann mich an keine Situation in meinem Leben erinnern, in der ich etwas gelesen hätte, es dann tatsächlich gemacht/probiert/gefühl/geschmeckt hätte und dachte "Jup, genau so wie beschrieben, die Erfahrung hätte ich nicht machen müssen."
    Wie auch immer, die Topre-Switches: Ich habe die 45g-Version, man sollte also meinen, dass sie irgendwie sind, wie Cherry MX Red (auch 45g), aber in tactile. Sind sie nicht. Sie sind deutlich strammer, ein bisschen mehr wie Browns, aber mir dem Bump sehr viel früher. Wie gesagt, beschreiben ist kompliziert.
  • Das Layout ist das einzig vernünftige Layout, das es auf der Welt gibt. Alles andere ist quatsch. Ich habe das Layout an jedem andern Keyboard, das ich benuzte (also das hier zuhause und das MacBook-Keyboard) auf das Layout umgestellt, und es ist großartig. Ich weiss nicht, wer sich ausgedacht hat, dass Backspace so weit weg von der Homerow sein soll, der Backslash (wer nutzt ihn nicht ständig?!) aber so nah dran. Unfug. Gehört überall getauscht.
    Capslock ist Control, das ergibt Sinn und das hatte ich auch vorher schon überall so. Capslock, pfft. Außerdem sind dafür die beiden Control keys links und rechts unten weg. Das ist okay, die braucht man dort ja nicht mehr. Ja, da hätten auch andere keys hin gekonnt, aber ich habe keine strong feelings dem gegenüber. Auch der freie Raum funktioniert gut.
  • Sie ist sehr leicht. Sie hat sich beim tippen noch nie bewegt, von daher ist das hier ohne Wertung, sondern einfach eine Beobachtung. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so leicht ist.

Generell bin ich ziemlich zufrieden und ich weiss nicht, ob ich weiterhin mit Cherry-Switches arbeiten möchte. Ich weiss aber auch nicht, ob ich noch mal drölftausen Euro ausgeben möchte, um ein zweites Topre-Board daheim zu haben.

June 08, 2018

Lesen

Ich war mein Leben lang kein sonderlich aktiver Leser. Wenn man mich als Kind getroffen hätte, hätte man das vielleicht nicht unbedingt gedacht. Ich war relativ zurückgezogen und konnte mich gut mit mir selbst beschäftigen (und das nicht nur in der Pubertät, haha, ihr versteht?!). In vielen Biografien liest man immer, das solche Kinder dann oft sehr viel lesen. Das war bei mir nicht so. Über mich wurde aber bisher auch keine Biografie geschrieben, was vielleicht, vielleicht auch nicht, damit zusammen hängt. Außer dem, was wir in der Schule lesen mussten (und da auch nur das absolut notwendigste, ich habe ganze Arbeiten über Bücher geschrieeben, die ich vorher quasi nicht aufschlug) und Lustigen Taschenbüchern habe ich fast nichts gelesen.

In etwa seit ich mein Studium angefangen habe, habe ich mich auch ein bisschen mit Self-Improvement beschäfigt. In dem Zuge kam dann natürlich auch raus, dass glückliche und gute Menschen zwingend immer auch viel lesen. Das ist die erste Regel, um dem Club der reichen und schönen beitreten zu dürfen. Seit dem versuche ich, das Lesen irgendwie mehr in mein Leben zu integrieren. Das klappte so mittel. Ich las mehr, als in den Jahren davor, aber so richtig regelmäßig passierte das nicht. Eher Phasenweise.

Seit Anfang des Jahres läuft das anders. Seit dem habe ich eine gewisse Routine für das Lesen aufgebaut. Und auch wenn ich nicht mehr genau weiss, warum das so passiert ist, muss ich sagen, dass es wirklich gut funktioneirt.
Das ganze läuft so: Ich habe morges 30 Minuten reserviert, um zu lesen. In der Regel mit einer Tasse Kaffee, das lässt mich noch sehr viel Weltbürgerlicher wirken. Und ich habe abends vor dem Schlafen 30 Minuten zum lesen reserviert.
Morgens lese ich ein Sachbuch, um mich in eine Produktive Stimmung für den Tag zu bringen, abends ein fiktionales Buch, um besser abschalten zu können.

Das klappt insgesamt sehr gut. Ich schaffe es nicht immer, beide Termine wahrzunehmen, aber in 98% der Fälle schaffe ich es zumindest, morgens oder abends zu lesen. Das hat dafür gesorgt, dass ich in diesem Jahr bisher 8 Bücher las. Das sind 1,6 Bücher pro Monat. Das ist für meine Verhältnisse ziemlich viel. Lesen, großartig, probiert es doch auch mal!

*Außerdem solltet ihr 1. das lesetagebu.ch nutzen, weil es ganz großartig ist und viel gelber, als GoodReads und mir 2. dort folgen

June 07, 2018

Deadpool 2

Gestern sahen wir Deadpool 2. Etwas zu meiner eigenen Überraschung fand ich ihn wirklich lustig und habe das Kino mit dem Gefühl verlassen, einen Film gesehehn zu haben, an dem ich Freude hatte.
Zu meiner eigenen Überraschung deshalb, weil ich den ersten Teil damals relativ albern fand und den ganzen Hype um den Film nicht so recht nachvollziehen konnte.

A propos erster Teil: Von dem weiss ich quasi nichts mehr. Offenbar sogar so wenig, dass ich die Anspielung auf den Bösewicht im ersten Teil ganz am Anfang des zweiten Teils nicht verstand (ich habe trotzdem mitgelacht, nicht, dass noch jemand glaubt, ich sei kein echter Fan!).
Ich meine mich aber zu erinnern, dass der Humor-Level sehr ähnlich war. Ich kann mir also nicht so richtig erklären, warum ich einen der Filme mochte, während mir der andere zu albern war. Vielleicht liegt es einfach an der Lebenssituation. Als ich den ersten Teil sah, war ich kurz davor mein Studium abzuschließen, hatte grade einen neuen Job in Köln angenommen. Ich glaube, ich wollte zu der Zeit, dass mein Leben ein bisschen erwachsener wird. Da passte dieser Film vielleicht einfach nicht rein.
Jetzt abreibte ich Vollzeit, muss Steuererklärungen machen und Versicherungen abschließen, vielleicht passen mir da ein paar Penis-Witze einfach basser in den verhältnismäßig ernsteren Alltag. Keine Ahnung. Vielleicht habe ich auch insgesamt keinen sonderlich konstanten Geschmack. 🤷‍♀️

Der Film, auf jeden Fall, war gut. Um eine qualifiziertere Review als diese abzugeben, reichen meine Film-Verständnisse leider nicht aus, ihr werdet mir das also leider einfach so glauben müssen. Oder nicht. Macht doch, was ihr wollt.
Das allerbeste am Film ist, dass es ihn nicht in 3D gibt. Mal ehrlich, was soll denn der quatsch? Man hat 90 - 140 Minuten diese unbequeme Brille auf, um dann ein paar Tiefeneffekte zu sehen? Keiner macht irgendewtas auch nur im Ansatz spannendes mit dieser Technologie. Ich weiss nicht, ob das, was man momewntan damit macht Peak-3D-Effekte sind, aber ich vermute es einfach mal, ansonsten hätte sicher schon jemand etwas cooles damit gemacht. Dafür wird dann von einem Verlangt, dass man eine zweite Hypothek auf das Haus aufnimmt und die Seele seines erstgeborenene verkauft. Brauche ich nicht, danke.

Um das einmal zusammen zu fassen: Das hier ist keine Review, 3D im Kino ist quatsch, Deadpool 2 ist auch quatsch, aber auf die gute Art, schaut den Trailer und wenn er euch gefällt schaut vielleicht auch den Film.bused her for their projects again and again.