chrispop.de

Ein Blog über nichts bestimmtes von niemandem, den du kennst.
July 10, 2018

Backups und Setups

Vor ein paar Tagen wollte ich mein MacBook benutzen. Das kommt vor. Hätte ich gewusst, welche Reihe von Ereignissen ich damit in Gang gesetzt habe, wäre ich vielleicht auch einfach im Bett geblieben.
Jetzt habe ich eine frische Installation von High Sierra und eine frisch formatierte Festplatte, auf dem nur das absolute Minumum an Programmen installiert ist. Aber fangen wir am Anfang an.

An besagtem Morgen klappte ich mein MacBook auf, um es, wie bereits geschildert, zu benutzen. Das war offensichtlich falsch von mir, denn das MacBook stürzte sofort ab. Das war ich nicht gewohnt, war doch High Sierra eine der stabilsten macOS-Version bisher überhaupt, mit der niemand auf der Welt irgendwelche Probleme hatte.
Nach einem Neustart schien aber alles ganz normal zu sein. Nach etwa 30 Minuten fiel mir dann auf, das die Lüfter sich scheinbar mit maximaler Drehzahl... drehen. Ein blick in den Activity Monitor zeigte mir, dass zwei Instanzen des Prozesses lsd jeweils 100% CPU in Anspruch nahmen.
Nach ein paar Minuten Google-Suche und ein paar erfolglosen Versuchen, den Prozess wieder in den Griff zu bekommen, habe ich den Rechner einfach neu gestartet. Das hilft ja bekanntlich immer.

Jetzt kommt der Punkt, an dem ich mir absolut nicht sicher bin, was falsch gelaufen ist. Meine beste Erklärung bis jetzt ist, das ich währen des Neustarts durch zufall eine satanische Formel murmelte, die dazu führte, das meine Festplatte von einem Dämonen besessen wurde (dieser Witz ist besonder lustig, wenn mann weiss, dass der oben genannte Porzess lsd für LaunchServiceDaemon steht. Hahaha, Dämon, Deamon, ihr versteht?).
Was auch immer passierte, es führte dazu, dass ich mich nicht mehr einloggen konnte. Mein Account wurde mir angezeigt, ich gab mein Passwort ein, der Ladebalken wurde angezeigt und dann - wurde mir plötzlich der Login für den Guest-Account angezeigt, für den ich ein Passwort eingeben sollte. Das war merkwürdig, weil ich den Guest-Account deaktiviert hatte und er schon gar kein Passwort hatte.

Darauf folgte eine Stunde Googlen und probieren, an dessen Ende eine Festplattenüberprüfung stand, die nicht zu Ende ausgeführt werden konnte, weil 'Spaceman' nicht funktioniert. Ich habe keine Ahnung, was Spaceman macht (und es ist irgendwie überraschend schwer herauszufinden), aber es klingt nach Partitionierung. Nicht gut. Nachdem also nichts funktionierte und das Dateisystem irgendwie kaputt schien, war die Zeit gekommen, den Rechner von einem Backup wiederherzustellen.

Glücklicherweise hatte ich ein aktuelles Backup zur Hand. Da das neue MacBook die superschnellen USB-C Anschlüße hat und ich mir extra deswegen eine USB-C-Festplatte für die Backups gekauft habe, sollte das ja fix gehen.
Der Wizard sagte zunächst etwas von einer Stunde. Das ist für 250GB wohl okay. Ab da zählte er nur noch weiter nach oben. Nach etwas drei Stunden waren noch vier Stunden übrig. Dann kam der Fehler, dass das Backup nicht wieder hergestellt werden konnte. Vor lauter Freude habe ich mir ein bisschen in den Mund gekotzt.

Nachdem ich nicht noch einmal 3 Stunden warten wollte, nur um dann enttäuscht zu werden, habe ich die Festplatte einfach Platt gemacht und gehofft, dass ich irgendwie noch an die wichtigen Dinge aus dem Backup komme. Die wichtigen Dinge umfasste in diesem Fall einen Ordner mit ein bisschen Papierkram und mein SSH-Key. Beides klappte, und jetzt habe ich hier eine ziemlich Blanke macOS-Installation.

Mein Ziel ist es jetzt, möglichst nicht mehr auf Backups angewiesen zu sein. Alles, an dem ich so arbeite liegt eh in der Dropbox oder auf Github, der einzige Verlust ist hier also maximal die Zeit, die es zum Clonen/Syncen braucht.
Die gesamte Konfiguration meiner Entwicklungsumgebung liegt eh in meinen Dotfiles, da braucht es also auch nur ein git clone und ich bin wieder auf dem letzten Stand.
Das einzige Problem stellen alle andern Applikationen dar, die ich so brauche. Dafür benutze ich jetzt ein Brewfile und es ist das allerbeste, was man sich überhaubt nur vorstellen kann. Wenn ich meinen Rechner jetzt also neu aufsetzen sollte, brauche ich ein git clone und ein brew bundle und ich bin wieder bereit. Großartig!

Außerdem läuf High Sierra nun deutlich stabiler. Als ich dieses MacBook bekam, stellte ich es von einem Sierra-Backup wieder her, lief aber hinterher aus irgendwelchen Gründen trotzdem auf High Sierra. Das kam mir ein bisschen Sketchy vor, und offenbar sind dabei ein, zwei Dinge drucheinander geraten.