chrispop.de

Ein Blog über nichts bestimmtes von niemandem, den du kennst.
December 09, 2018

Wien

Momentan bin ich das zweite Mal in meinem Leben in Wien. Wien ist eine Stadt in Österreich, sie ist recht groß und auch recht schön. Das letze Mal war ich vor etwa zwei Monaten hier. Seitdem hat sich nicht sonderlich viel verändert. Das ist nicht weiter verwunderlich, aber diese Beobachtung soll an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Ich glaube, ich mag Wien. Ich habe oben geschrieben, dass Wien recht schön ist. Natürlich habe ich keine Ahnung wie Wien ist. Ich verbrachte vielleicht 20 Stunden in der Stadt. Die restliche Zeit lag ich in einem Bett und schlief (ist relativ genau wie in jeder anderen Stadt auch), saß in schlecht belüfteten Meetingräumen (ist genau so unangenehm wie in jeder anderen Stadt) oder starrte auf meinen Computer (ebenfalls die gleiche Erfahrung wie in jeder anderen Stadt).

Ich glaube, Städte zu beurteilen, in denen man Urlaub macht, ist erstens relativ schwer und zweitens auch Quatsch. Im Grunde gibt es zwei Kategorien von Städten: Offensichtlich nicht gut, und gut.
In die erste Kategorie fallen Städte, die offensichtlich keine schönen Ecken haben (mir wurde zugetragen, dass Gelsenkirchen eine solche Stadt ist. Die Quelle ist verläßlich.) oder solche, die zwar potenziell schön sein könnten, aber beispielsweise stark nach Urin reichen (alle Plätze in der Liste von Städten, auf die diese Kriterien zutreffen, nimmt übrigens Venedig ein).

Angenommen wir befinden uns jetzt in einer Stadt der zweiten Kategorie, “gut”, behaupte ich, kann man die Stadt einfach wahllos austauschen und man hat ein vergleichbares Erlebnis. Ausgenommen sind hier natürlich krasse Klimaunterschiede oder kulturelle Differenzen. Ich merke natürlich, ob ich in Madrid bin oder in Berlin. Wenn ich aber Urlaub in einer Deutschen Stadt mache, ist das relativ egal, ob es München oder Berlin ist, das Erlebnis ist am Ende wohl fast gleich.
Im Grunde schaue ich mir Gebäude an, die irgendwann jemand gebaut hat, der jetzt entweder sehr alt oder sehr tot ist. Und dann fahre ich irgendwo hoch und sehe dann die Gebäude noch einmal von oben. Und dann schaue ich mir vielleicht noch ein Museum an, das voller Dinge ist, von denen man sich Fragt, wie die Menschen damals eigentlich damit leben konnten.

Das klingt jetzt vielleicht alles sehr negativ, so ist es aber gar nicht gemeint. All diese Erfahrungen machen ja in jeder Stadt wieder erneut Spaß, aber vielleicht eben nicht so sehr wegen der Stadt an sich, sonder weil man raus kommt und mal etwas anderes sieht.
Was ich sagen will: Eine Stadt nach ein paar Stunden oder Tagen beurteilen ist grober Unfug. Der Charakter einer Stadt (wow, klingt das hochgestochen – moment, ich werde kurz meine beine überschlagen und seufzen) wird ja zum größten Teil von den Menschen ausgemacht, die dort leben. Das kriegt man in den paar Tagen aber einfach nicht mit.

Da ich diesen Monat schon zwei mal verreist bin, ist meine Meinung damit in solchen Belangen jetzt von Gewicht, und ich gehe davon aus dass es ab jetzt allgemein anerkannt ist, dass man Städte nach einem kurzen Urlaub nicht bewerten kann.

Wien gebe ich übrigens 5/5 Sternen. Grüß Gott!