chrispop.de

Ein Blog über nichts bestimmtes von niemandem, den du kennst.
January 04, 2019

Ein Jahr ohne Alkohol

Vor relativ genau einem Jahr habe ich die Entscheidung getroffen, für ein ganzes Jahr keinen Alkohol zu trinken. Dieses Jahr ist jetzt vorbei und ich habe das tatsächlich geschafft, ich habe ein ganzes Jahr keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen. Das war damit das erste Jahr überhaupt, seitdem ich mit 15 oder so das erste mal Alkohol trank, in dem ich komplett nüchtern war.
Nachdem das Jahr jetzt rum ist möchte ich für mich ein Fazit ziehen, wie es war, wie es weiter geht und hier noch mal ein paar Fragen beantworten, die mir über das Jahr so gestellt wurden.

Wie kam es überhaupt dazu?

Ich glaube, es ergibt Sinn, ganz vorne anzufangen. Das hat sich in der Natur bewährt und deswegen möchte ich das auch hier tun. Die Entscheidung, das ganze Jahr nichts mehr zu trinken, habe ich am 3. Januar 2018 getroffen. Die Tage davor hatte ich auch schon nichts getrunken, das letzte Mal offensichtlich in der Nacht vom 31.12. auf den 01.01. Am 01.01. war ich demnach ziemlich verkatert, hatte aber noch nicht mit dem Gedanken gespielt, nichts mehr zu trinken. Wie genau es letztendlich dazu kam, weiss ich nicht mehr. Als mir die Idee kam, kam sie mir aber ganz vernünftig vor, also habe ich sie weiter verfolgt. Mit etwas weniger Abstand habe ich hier schon mal etwas dazu geschrieben. Ich denke, das wird dann schon stimmen.

War das nicht schwer?

Am Anfang hat es natürlich etwas Überwindung gekostet, aber das ist ja nun mal mit allen Veränderungen im Leben so. Nach einiger Zeit ist es dann aber einfach zur Gewohnheit geworden. Man sagt ja, es dauert 21 Tage, um eine Angewohnheit zu entwickeln und 90 Tage für einen Lebensstil. Das kommt mir in etwa richtig vor. Am Anfang war es komisch, “Danke, ich trinke nicht” zu sagen, mittlerweile ist es normal. Dazu muss ich natürlich sagen, dass besoffen sein keins meiner Hobbys war und ich hauptsächlich abends gemütlich ein, zwei Bier getrunken habe. Das lässt sich ganz gut mit alkoholfreiem Bier kompensieren. Wäre das nicht so, wäre es vermutlich schwieriger gewesen.

Gehst du weniger auf Partys oder zu Anlässen, wo es viel Alkohol gibt?

Nein. Ich bin auch vorher nicht viel auf Partys gegangen. Nur, weil ich nicht trinke, nicht zu einer Veranstaltung zu gehen, finde ich aber Quatsch. Wenn dem so gewesen wäre, wäre das ein ganz gutes Anzeichen dafür gewesen, dass ich wohl ein Problem hatte.

Trinkst du wieder, jetzt, wo das Jahr um ist?

Ich habe an Silvester (nach Mitternacht, als also 2018 um war) einen Sekt und ein Kölsch getrunken. Machen wir und nichts vor, Kölsch mit Alkohol schmeckt einfach besser, als die alkoholfreien Varianten. Das ist bei fast allen Bieren so und da brauche ich mich auch nicht zu belügen. Nach diesen beiden Getränken hatte ich einen Kater (was mich ein bisschen überrascht hat) und ich habe sofort gemerkt, wie sehr ich dieses Gefühl noch immer hasse. Auch deswegen, aber vor allem, weil für mich persönlich die Vorteile überwiegen, wenn ich nicht trinke, werde ich auch weiterhin nicht trinken. Nicht für ein Jahr oder eine festgelegte Zeit, ich bin jetzt einfach einer dieser Menschen, die nicht trinken. Das ist okay.

Abschließend noch eine Sache, die mir während der ganzen Zeit viel mehr aufgefallen ist, als vorher: Alkohol ist in unserer Gesellschaft sehr krass verankert. Es gibt eigentlich fast keinen Anlass, an dem nicht einer sagen könnte “Ach, lass doch ein [zur Uhrzeit passendes alkoholisches Getränk] trinken” ohne, dass es merkwürdig wirken würde. Das sage ich nicht wertend, es ist mir nur aufgefallen.